What goes around - comes around

23.11.2017 Sevilla Autobahn

 

Ab jetzt dachten wir dass es eine Pechsträhne geben wird, nachdem der ganze bisherige Trip so einwandfrei verlaufen ist...

Wir blieben kurz nach einer langen Kurve auf der Autobahn Richtung Sevilla liegen. Die Kupplung zeigte keinen Widerstand mehr und da wir uns auf einer Steigung befanden mussten wir Stulle auf dem Seitenstreifen abstellen. Keine Chance weiter zu fahren. Kurz darauf wurde der ADAC kontaktiert und wir warteten 1,5 Stunden auf ein Erscheinen.

 

Marc hatte das Getriebe im Verdacht und malte sich das Schlimmste aus. Ich blieb relativ locker, versuchte keinen Stress zu verursachen bzw. ihn etwas zu entschleunigen. Wir stiegen über einen Zaun auf einen Weg neben der Autobahn um in Sicherheit auf den Abschleppwagen zu warten. Bald darauf erschien er auch, sprach kein Wort englisch und ich versuchte mit meinen Spanisch Brocken herauszufinden wo er uns abstellen will. Die spanische ADAC Dame am Telefon klärte einiges mit ihm und wir wurden zum nächsten Industriegebiet gebracht, Paco hinten allein in Stulle... Ich freute mich als wir ankamen und wir telefonierten ewig mit ihr um zu erfahren was uns nun bevorsteht. Es war Donnerstag und Stulle wurde erstmal beim Abschlepp- Unternehmen über das Wochenende eingelagert. Nach langen Erklärungen, dass wir ja im Bus wohnen würden buchte der ADAC und ein Hotelzimmer, wo wir mit Paco einkehren durften. Das alles hat sehr gut geklappt, ein Taxi kam kurze Zeit später um uns dorthin zu transportieren. Das mit dem Taxi hat etwas länger gedauert, da viele gar keine Hunde mitnehmen hier in Spanien.

 

Wir waren gespannt welches Hotel uns bevorstand und machten große Augen als wir vor dem 4 Sterne Zenit Hotel mitten in Sevilla vorfuhren. Alles war toll beleuchtet und unser Ärger wurde in innere Gelassenheit und Freude umgewandelt, jetzt konnten wir eh nicht mehr viel unternehmen außer warten... also kann man diesen Ausfall auch genießen. Wir redeten nur noch von Duschen und Hotelbett ;)

 

Die Hotelmitarbeiter begrüßten uns mit Paco herzlich und wir betraten den Aufzug in Richtung unseres Zimmers. Dreifach so groß wie der Raum den wir in Stulle sonst zur Verfügung hatten breiteten wir uns aus und sprangen auf dem Bett herum. Paco schlürfte große Schlücke aus dem Bidet und wir verbrachten einen entspannten Abend in Sevilla, gingen Tapas essen und erkundeten die abendliche Umgebung.

Leicht sauer, da die Werkstatt wo Stulle herumstand immer noch nicht einen Blick auf den Bulli geworfen hatte beschlossen wir zur Garage zu fahren (wir hatten mittlerweile auch einen Mietwagen, da das Transportieren von Paco in den Öffentlichen zur großen Hürde wurde).

Dort gegen Abend angekommen wurde er nur etwas verschoben und wir klärten den Abbruch der 'Betreuung' und nahmen selber Hand an. Sie halfen uns noch Stulle vor die Tür zu schieben und machten noch einen Parkplatz frei, wo wir direkt an der Straße die halbe Nacht versuchten den Fehler zu beheben. Da Marc über Jahre diesen Bus ausgebaut hat kennt er ihn wie seine Westentasche und wir kamen der Sache schnell näher.

Am nächsten Tag checkten wir aus und suchten uns selber ein Hotel etwas außerhalb um nicht das Budget des ADAC zu sprengen. Wir zogen um und entpannten das Wochenende. Zum Ende hin, also Montag wurde uns langsam aber sicher langweilig und wir wollten unbedingt wieder in den Bus. Wir besuchten auf Empfehlung von einem Freund eine Bulli Werkstatt Karvan's außerhalb von Sevilla denn nach langen Ferndiagnosen und Überlegen ging es wohl doch um den Kupplungsnehmer... Wir besorgten dort das Teil das kaputt war, nämlich der Schlauch und düsten zurück.

 

 

Marc lag den ganzen Abend unter dem Bus, ich hielt die meiste Zeit die Taschenlampe und Paco chillte am Straßenrand - nun sahen wir wirklich aus wie Streuner :)

Als endlich die eine Schraube - die uns knappe 2 Stunden auf Trab hielt - abgeschraubt war und Marc beinahe aufgegeben hatte starteten wir den Motor und brachten auf die letzte Sekunde den Mietwagen zurück nach Sevilla.

 

DANKE KARMA, DANKE KARVAN'S, DANKE AN ALLE MITHELFENDEN FREUNDE

 

Wir machten es uns gemütlich und fuhren weiter an einen Schlafplatz um erstmal durchzuschnaufen.

Bald stand uns erstmal die Reise nach Barcelona bevor, für die wir Kraft tanken mussten - denn das waren knapp 900km.

Wir hatten eine Verabredung sowie eine Gelegenheit bei einem Freund unterzukommen für die nächste Zeit - da wir Termine in Deutschland wahrnehmen mussten sowie Freunde besuchten musste Paco leider hier bleiben aber er hatte auch hier eine super Zeit in einem großen Haus mit riesigen Garten. Der Roadtrip war hier erstmal zu Ende  -Stulle stand unter einem Carport seelenruhig und heile und brauchte auch mal eine kleine Auszeit.

Wir reisten also beide nach Hamburg am 13.12., klärten die Termine, trafen Freunde und lebten für 7 Tage noch einmal den Alltag, den wir vor der Reise hatten. Es war ein komisches Gefühl - ohne Paco, ohne Stulle... Aber auch diese Zeit war super schön.

Eine Woche später, am 19.12. ging es dann wieder nach Barcelona, wo Paco schon sehnsüchtig am Flughafen auf uns wartete. Er konnte sich gar nicht mehr einkriegen vor Freude, auch unser Rudel hat sich durch die Abwesenheit gestärkt...

 

 

Wir erkundeten Barcelona, packten Stulle und ließen einigen Kram hier im Haus. Unser Beschluss wieder loszufahren war umso größer und wir beschlossen Weihnachten alle gemeinsam am Meer zu verbringen - irgendwo an der Costa del Sol. Es sollte erst einmal zu dem ehemaligen Haus der Großeltern von Marc gehen - dieses stand in der Nähe von Valencia, in Dénia. Dort machte Marc ein paar tole Drohnen Shots um diese seiner Oma zu senden. Es war ein wundervoller Ort, das Haus war ein paar Meter vom Strand entfernt und wir parkten direkt an diesem, der an einer Flussmündung lag. Hier verbrachten wir einen schönen Abend, liefen am Strand lang und erfreuten uns an der Brandung die nachts kaum zu überhören war.

 

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