Running south to Ericeira

Am nächsten Vormittag gab es den großen Abschied von dieser wundervollen und schon eingeschweißten Truppe und sogar noch ein Srädchen mit der Gitarre von Andi sowie ein Gruppenfoto mit allen.

Danke an alle für diese Zeit auf der Klippe, es war wirklich ein zweites Zuhause für diese Woche.

Uns zog es mal wieder gen Süden, aber erst war Waschtag angesagt, mal wieder die ganze Muff-Wäsche in die Trommel vorm Supermarkt, Timer gestellt, Duschen aufm Campingplatz in der Nähe, ein Traum (jeder, der mal länger im Van gelebt hat, wird das nur bestätigen).

Wenn man zu Hause ist, in seiner Wohnung wohnt ist dies eine ganz normale Gewohnheit, für viele 1-2 Mal am Tag, doch wenn du unterwegs bist, schätzt du jeden Tropfen Wasser so sehr. Man geht ganz anders mit dem Thema um, sucht Wasserstellen auf und spart ganz einfach beim spülen und waschen viel mehr Wasser. Ich finde es toll, dass man auch in diese Situationen kommt, und nicht immer (fast) alles im Übermaß hat.

Da bekommt das Thema Achtsamkeit wieder in den Vordergrund - achte mal für einen ganzen Tag auf alle 'Kleinigkeiten' im Leben, dann wird einem Mal wieder klar, dass manche Probleme eher Luxus-Problemen entsprechen...

Wie froh ich zum Beispiel über diesen Handfeger bin, den wir mit uns führen, um täglich, ah - wohl eher stündlich Paco's Haare zuzüglich Sand aus dem Bus kehren können. Ein Hoch auf diesen Besen. Till, wir danken dir dafür!

 

So, der nächste Anlaufpunkt sollte Ericeira sein.


Das kleine Fischerstädtchen liegt 50km nordöstlich von Lissabon und diese Seaside-Route ist wohl eine der beliebtesten Strecken entlang der portugiesischen Küste - besonders was Surfer anbelangt.
Das Küstengebiet wurde zum 1. Surf-Schutzgebiet Europas und das 2. der Welt benannt, sogar die Weltmeisterschaften wie die WSL - World Surf League Tour sowie der Quick Silver Pro Portugal werden hier verrichtet.
Das Gebiet ist knapp 8 km lang und umfasst Strände wie Ribeira de Ilhas, die Bucht Baia dos Dois Irmaos, dem Surfer als Coxos bekannt, der Strand Empa und Sao Lourenco. Auf dem Foto links steht Stulle am Rande der Klippe des Praia de Coxos.

So wird aus Ericeira ein international besuchtes Ziel für Surfer, die gerade die Eigenschaften des Meeres und der Küste, an der sich schöne Steilfelsen und kleine Sandbuchten abwechseln, zum besonderen Ausflugsziel.
Diese Spot-Vielfalt ermöglicht es dem Anfänger bis hin zum Pro-Surfer Spaß auf dem Wasser zu haben. Aber auch als Nicht-Surfer, wie ich es immernoch bin, ist dieser kleine Ort sehr offenherzig und einladend.

Wir parkten in der ersten Nacht direkt am Praia de Coxos, gleich an der Steilküste fand Stulle einen einzigartigen Place-to-be. Mein Mann lief los mit Paco und seiner Kamera und sie kletterten die Küste entlang. Währenddessen genoss ich die Ruhe, hörte leise Musik und fing an das Abendessen vorzubereiten und bald darauf köchelte das Gemüse vor sich hin.

Wir saßen später im Bus und machten ein Naturkino daraus, hinten im Bett liegend geschützt vom kühlen Wind, der draußen herrschte.

 

Die Wellen im Hintergrund, die stürmische See.

Die Power des Ozeans, die Natur spielt in diesem Moment ihre eigenen Klänge.

Später gab es warmes Abendessen, wir schliefen in einem Moment der Verbindung zwischen uns, der Natur ein und waren einfach da,

im Jetzt.

Morgens ging es früh los. Frühstück, ein kalifornisches Pärchen saß noch zum Kaffee bei uns im Bus, blinzelnd auf die See.

 

Wir erkundeten alle zusammen die Umgebung, liefen die regnerische Küste entlang und genossen die Wellen, die an die steilen Felsen hochspritzten. Die Sonne kam heraus und wir fanden Mießmuscheln am Strand. Wir beobachteten die Flut, wie sie hinein rauschte.
Viele Menschen kamen den Morgen an die Küste um dem Naturschauspiel zuzusehen. Da traute sich tatsächlich jemand mit seinem Surfboard rein - und kam mit abgerissener Leash aber heile aus dem Wasser.
Derweil räumte ich den Bus aus und frisierte Paco. Nunja, kämmen trifft es wohl eher, das mag er gerne.

Es ging bald weiter die Küste entlang um etwas mehr ins Örtchen zu kommen.

Marc fand einen Surf Spot mit einem Hang zum Parken. Auf einer gerader Fläche, neben einem riesigen Wohnmobil nahmen wir schließlich Platz.Das Wetter war bewölkt, die Sonne quälte sich durch die sich zusammen ziehenden Wolken.

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