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Abfahrt Hamburg

10.09. HAMBURG-KLEINSCHWAMBORN

 

Dennoch war alles super, Stulle lief gut, Paco schläft in meinem Fußraum und Marc brachte uns gen Süden, mit einem Zwischenstopp nähe Köln, um meine Mam zu besuchen. Wir brauchten gute 6 Stunden inklusive Stau und einigen Pipipausen. Paco machte sich gut, bisher war die längste Reise von Hamburg nach St.Peter mit knapp 1, 5 Stunden.

 

Er wusste, bei Starten des Motors heißt es einrollen wie ein Igel und schlafen bis das Geräusch der Schiebetür ihn aufschrecken lässt und er sofort bereit ist, einen Ausflug zu unternehmen, auch wenn es nur der Rastplatz ist.

 

Angekommen gegen 22:30 Uhr in Kleinschwamborn, einem kleinen Dorf nähe Köln, NRW. Mutti stand schon an der Tür und spielte Einpark - Hilfe im Dunkeln auf dem engen Schotter Parkplatz vor der Tür. Wir packten nur das Wichtigste aus und nach der Freude des Wiedersehens und einem Bierchen ging es für uns schnell ins schon vorbereitete Bett, heute noch nicht im Bus.

11.09. EIGENTLICHE ABFAHRT NACH           AMSTERDAM

 

Heute wollten wir schon auf dem Weg ins holländische schöne Städtchen Amsterdam sein, doch da fing es schon an mit einigen Bus-Problemen. Aber diese sind ja dazu da, gelöst zu werden. Das Solarpanel war noch nicht ganz angebaut, der Kleber der Schienen worauf die Dachbox sowie das Panel befestigt sind war leider nicht ganz getrocknet und löste sich. Leider hatten wir mit dem Wetter noch Pech und es regnete in Strömen und stürmte unwettermäßig. Leider passte Stulle auch nicht in die Garage und wir hatten Spaß im Regen, noch.

 

Abends kam meine Mam sowie ihr Freund von der Arbeit wieder und wir kochten und saßen zusammen, unterhielten uns über die Reise, Jobs und genossen den Feierabend.

12.09. KLEINSCHWAMBORN

 

 

Morgens hatte ich Lust auf einen Spaziergang mit Paco in den naheliegenden Wald. Vorbei an Pferden, Ziegen und weiten Wiesen, war es schon etwas neues für den Kleinen. Er war ganz aufgeregt, tollte herum, im Wald nutzte er sein ausgesprochen gutes Riechorgan und spürte Fährten auf. Wir fanden Pilze, Stöcke und leckere Waldbrombeeren. Zurück daheim gab es Früchstück und Marc bastelte weiter am Solar-Panel sowie an den Schienen, die wegen des regnerischen Wetters immer noch nicht hielten. Die Technik vom Solar-Panel musste noch komplett angeschlossen und verkabelt werden. Ist eben kein Zuckerschlecken alles selber zu machen, dennoch lernt man immer etwas Neues dazu, auch wenn es etwas dauerte. Zu guter Letzt füllten wir Wasser auf und verbrachten wieder einen sehr gemütlichen Abend mit voller Vorfreude auf den Start der Reise, die ja eigentlich schon begonnen hatte. Es war aber noch zu heimisch und das Gefühl war noch in der Vorbereitung verankert.

13.09. KLEINSCHWAMBORN

 

 

Nach einem ausführlichen Spaziergang in den Wald lief die Musikanlage nicht mehr und Marc stellte den Bus wieder auf den Kopf. Nachdem auch dies vollbracht war und sich ein Gefühl des Fertig-werdens breit machte, fehlte nur noch die Surfboardhalterung auf dem Dach. Dieses wurde mit zwei weiteren Querschienen und zwei Gurten befestigt. Als auch dies geschafft war, ging es zurück ins Haus, die frisch gewaschene Wäsche und unseren restlichen Kram in den Bus zu laden um am nächsten Morgen in aller Ruhe und ohne Stress loszufahren.

14.09. KÖLN - AMSTERDAM

 

Morgens, nach einem Müsli und Waldspaziergang ging es um 10 Uhr los, wir beschlossen über Köln zu fahren, ich zeigte Marc meine alte Heimat für 8 Jahre und wir stellten uns mit Stulle unter den Kölner Dom, dem gotischen Wahrzeichen Kölns.

 

Durch den prasselnden Regen ging es weiter nach Amsterdam, noch mit Zweifeln, da dieses Wetter keinesfalls zu einer Stadttour einlud.  Die Fahrt war anstrengend wegen des extremen Regenfalls und wir fuhren in Amsterdam kurz noch in die Stadt, um etwas für ein Abendessen einzukaufen und darauf folgend einen Parkplatz in der Nähe fanden zum Nächtigen.

(Vor der Reise fanden wir die App –Park4Night- die es ermöglicht, Parkplätze für Camper zu finden)

 

Wir standen im Regen und machten es uns an unserer ersten Nacht gemütlich, stießen mit einem Gin Tonic auf die Reise an und legten uns bald ins warme Bettchen. Paco schläft vorn auf dem Beifahrersitz.

15.09. AMSTERDAM

 

 

Durch einige Sonnenstrahlen, die durch die Vorhänge fielen, wurden wir von Paco früh morgens geweckt. Wir fanden einen Parkplatz an einer Fährstation, die uns über die Amstel direkt zum Bahnhof in Amsterdam brachte und das sogar gratis. Wir strahlten und waren überglücklich über das Wetter Glück.

 

Den ganzen Tag schlenderten wir durch die kleinen Gassen an den Grachten entlang. Beim Italiener gab es Pizza und Pasta und Paco hielt erst mal einen langen Mittagsschlaf, er war ganz geschafft von den vielen Eindrücken. Ein paar Coffeeshops und Schlendereien später ging es wieder Richtung Fähre, die ersten Regenwolken kamen hervor und als wir wieder im Bus saßen ging es weiter mit den Regenfällen. Überglücklich und dankbar über die Sonne in Amsterdam strahlten unsere Gesichter und wir fuhren gen Belgien, weiter auf unserer Route in den Süden. Abends fand ich einen Stellplatz am Wasser nahe der Autobahn, wir wurden langsam müde da wir eine gute Strecke zurücklegten. Angekommen fielen wir sofort ins Bett.

16.09. GENT

 

Wir waren in Gent, Belgien und fanden uns neben zwei kleineren Seen mit Park vor. Ein Morgenspaziergang tat gut, wir liefen an Angelplätzen vorbei, uns kamen Jogger entgegen und kurz darauf fanden wir einen kleinen Yachthafen.  

Der See war umgeben von imposanten Trauerweiden und Enten kreuzten den Weg von Anglern, die seelenruhig an ihrem Ufer saßen. Zurück am Bus sorgte sich Marc um das Solar-Panel, dass leider bei geringer Sonneneinstrahlung kaum bis gar keinen Ertrag brachte, setze sich mit diesem auseinander und versuchte Lösungen mit dem Hersteller am Telefon zu finden. Währenddessen erkundeten Paco und ich das umliegende Waldstück und bald darauf ging die Fahrt auch schon weiter, denn wir wollten nicht all zu spät in Paris einfahren.

 

 

 

♥ PARIS WITH LOVE ♥

ONE NIGHT IN PARIS – das war die Idee.

 

 Erst abends um 21 Uhr fuhren wir vor dem mächtigen Eifelturm inmitten der Stadt der Liebe vor. Auf der Aussichtsplattform tummelten sich hunderte Touristen und wir fuhren an einen anderen Standpunkt mit direktem Blick auf die Sehenswürdigkeit.

 

Wir parkten Stulle mit direkter Sicht und machten ein schönes Familienfoto. Trotz des schönen Anblicks zog es uns aus der Stadt heraus, die gerade sehr verregnet drein schaute. Ein Platz 20 Minuten südlich von Paris wurden wir fündig, mitten an einer Waldgrenze, nahe eines Restaurants erschloss sich eine Allee aus Kastanienbäumen, wo wir kurz darauf unseren Nachtplatz beschlossen. Erst wollten wir in dem kleinen Restaurant chic essen gehen, entschieden uns dann doch für Bulli-made Pasta avec Avocado.

17.09. Paris, Umgebung

 

Am Morgen bestaunten wir den schon abends entdeckten See mit Waldangrenzung. Mit uns, wachte auch die Sonne auf und küsste unser Gesicht als wir den Bulli für einen Waldspaziergang verließen. Paco war ganz aufgeregt und huschte durchs Gebüsch und die steilen Hänge im Wald hinauf, die kurz vorher noch von einem Tandem Bike errungen wurden. Wir fanden auch Trainings-Stationen wie Hürden und Stangen, ein richtiger Parkour eben. Paco lief am steilen Ufer entlang und plumpste kurzerhand in den trüben See. Bis er herauskam vergingen ein paar Sekunden, ihm kam das alles sehr suspekt vor. Wir mussten herzlich lachen und nahmen ihn kurz darauf in den Arm.

Später, zurück am Bus hatten wir fast fertig gepackt und waren bereit für die Weiterfahrt, kamen zwei Jungs staunend auf den Bus zu und wir unterhielten uns lange über den Ausbau und Reisen, sie luden uns auf Tee und Mittagsessen nach Paris in ihre Wohnung ein. Schön, wenn man gleichgesinnte trifft, die auch viel unterwegs sind und es ebenfalls lieben ihre Geschichten auszutauschen. Nach einer Dusche und vielen Fotos ging es dann spät nachmittags los und wir verließen im Sonnenschein Paris.

 

Das Regenwetter saß uns richtig im Nacken. Die Fahrt ging ca. 4 Stunden, entspannte Musik, Sonnenstrahlen und der Geruch von den weiten Feldern begleiteten uns. Irgendwo mitten in Frankreich parkte ich auf dem Weg eines Feldes und wir beschlossen hier die Nacht zu rasten, es war eine lange Fahrt bis hierher und wir waren müde. Es war traumhaft, der Bulli am Rande des Feldes stehend, der Sonnenuntergang im Grillen-Gezirpe und leckere feldfrische Kartoffeln aus Holland in der Pfanne (frisch vom Feld gemopst natürlich). So kann ein Abend zu Ende gehen. Spät abends versuchte sich Marc noch an einer Langzeitaufnahme des Szenarios.

18.09. Feld in Frankreich

 

Ich habe sehr viel gehustet die Nacht und fühlte mich morgens weniger frisch, bin deshalb mit knittrigen Augen aufgewacht, als ich vor gedeckten Tisch saß, dekoriert mit Blumen vom Feld und einem Blick aus dem Fenster auf das noch in Nebel getauchte Feld. Es war so gemütlich, ich wurmte mich langsam unter der Bettdecke hervor, trug sie dennoch beim Frühstück. Es gab warmen Tee und eine zweite Runde im Bett.

Später räumen wir auf, die Sonne kam hervor und das erste Mal hatten wir das Gefühl dem Süden Frankreichs schon viel näher gekommen zu sein. Wir ließen uns bis mittags Zeit um unseren Trip fortzusetzen. Ein paar Yoga Einheiten später sowie der fortsetzenden Fehlersuche beim Solar-Panel luden wir Paco ein und fuhren weiter gen Atlantik.

Diesmal sogar mit klarem Ziel, dem Fähranleger in Royan, und somit der erste Kontakt mit dem weiten Ozean...